Rothenburg ob der Tauber


Fotos: Rothenburg Tourismus Service / © Plönlein, W.Pfitzinger

Die romantische Mittelalterstadt erfindet sich neu

In erster Linie gilt Rothenburg ob der Tauber für viele Besucher als Inbegriff des Mittelalters. Hier braucht der Gast keine große Vorstellungskraft, um in vergangene Zeiten einzutauchen. Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf, das Mittelalterliche Kriminalmuseum, der Turmweg und die Nachtwächterführung zählen zu den Höhepunkten bei einem Besuch in der Tauberstadt. Im DEHIO, dem Standardwerk für Deutschlands Kunstdenkmäler, heißt es schlicht und ergreifend: „Die Stadt als Ganzes ist Denkmal.“ Doch Rothenburg kann 2017 auch anders: Kulinarisch, handwerklich und reformatorisch!

Kulinarik mit Wein und lokalen Erzeugnissen
Rothenburg ob der Tauber atmet auf Schritt und Tritt durch die kopfsteinbepflasterten, heimeligen Gassen Geschichte. So auch Weingeschichte. Noch heute gibt es einen Winzerbetrieb, der neben Weinproben auch Weinbergsführungen anbietet. Das fünftägige Weinfest, „Rothenburger Weindorf“, alljährlich Mitte August, ist als Qualitätsfest zertifiziert und ausgezeichnet mit der Marke  „Wein.Schöner.Land“. Dem hohen Qualitätsanspruch des Weindorfs verpflichtet ist auch die weinkulinarische Initiative von elf Rothenburger Gastronomen unter dem Siegel „Genießen ob der Tauber“. Es steht für gelebte Regionalität, gleichermaßen bei der Herkunft der Zutaten wie bei der Zubereitung der Speisen. Ziel ist stets, dem Gaumen des Gastes die saisonale Vielfalt der fränkischen Küche in kulinarischer Vermählung mit dem Frankenwein nahezubringen. Probieren Sie doch in einem der Partnerbetriebe das „Fränkische Versucherle“: Siehe auch www.facebook.com/geniessenobdertauber

Von Hexen und Pilgern: Renaissance und Reformation in Rothenburg
Zauberei und Hexenwerk sowie die „neuen Medien“ des 16. Jahrhunderts stehen in zwei Sonderausstellungen in den Rothenburger Museen im Lutherjahr im Fokus. Die Ausstellung „Medien der Reformation – Kampf der Konfessionen“ im Reichsstadtmuseum zeigt, dass erst die Druckerpresse und ihre Nutzung für hohe Auflagen im Flugschriftendruck die Sache Luthers erfolgreich machten. www.reichsstadtmuseum.rothenburg.de 

Im Mittelalterlichen Kriminalmuseum wird bis Ende 2018 die Sonderschau „Luther und die Hexen“ gezeigt – eine Erfolgsausstellung, die bereits im ersten halben Jahr über 50.000 Besucher lockte. www.kriminalmuseum.eu
Begleitend zu diesen Schwerpunkten bietet das Themenjahr „Renaissance und Reformation in Rothenburg“ noch eine Fülle an Veranstaltungen und Führungen. Besonders hervorzuheben ist hier die über den Rothenburg Tourismus Service buchbare eineinhalbstündige 
Gruppenführung „Zu Fuß durch Renaissance und Reformation“ (20 Personen, 120 €;
info [at] rothenburg.de)
Die Stadt liegt an sieben Pilgerwegen: einer Via Romea von Stade (bei Hamburg) nach Rom und an sechs Jakobswegen.  Seit 2016 ist Rothenburg ob der Tauber der Vertreter Deutschlands in der ersten europäischen Kulturroute der Fédération européenne du Saint-Jacques de Compostelle.

Bei der Herstellung eines traditionellen Pilgergebäcks kann man als Gast direkt in der Backstube zuschauen. Die Schneeballen gehören zu Rothenburg wie das Fachwerk oder der weihnachtliche Reiterlesmarkt (Ende November bis 23.12.). Den „romantischen Dreiklang“ in der dunklen Jahreszeit komplettieren Jahr für Jahr der Märchenzauber im November und die Romanze an Valentin (rund um den 14. Februar).   

Reisen in die Vergangenheit
Eine Stadt wie Rothenburg ob der Tauber mag noch so sehr von der Geschichte zehren, Geschichte will auch erlebt werden – und zwar mit allen Sinnen: Alljährlich zu Pfingsten wird die Stadt vier Tage lang zur Bühne des Dreißigjährigen Krieges. Hautnah erlebbar werden Zeltlager, kroatische Reitertruppen, großer Heereszug sowie Kanonendonner in den Gassen, wenn der Verein Historisches Festspiel „Der Meistertrunk“ die Legende von der sagenhaften Errettung Rothenburgs im Jahre 1631 aufführt. Kartenbestellung: www.meistertrunk.de

Jeweils am ersten Septemberwochenende entführen 24 Historiengruppen zu den Rothenburger Reichsstadt-Festtagen in die reichsstädtische Vergangenheit Rothenburgs von 1274 bis 1802: Ritterlager vor den Toren der Stadt, fahrendes Volk, Händler, Bauernhaufen und königlicher Hofstaat lassen die Besucher mit farbenfrohen Gewändern und bunten Inszenierungen auf gleichermaßen unterhaltsame wie anschauliche Weise in die Vergangenheit eintauchen. Zwei große Feuerwerke und öffentliche Theateraufführungen auf dem Marktplatz runden das Spektakel auf eindrucksvolle Weise ab.

Rothenburg Tourismus Service
Marktplatz 2
91541 Rothenburg ob der Tauber
Phone: +49 9861 – 404 800
E-Mail: info [at] rothenburg.de 
www.rothenburg.de/tourismus    

Foto: Rothenburg Tourismus Service / © Plönlein, W.Pfitzinger
Foto: Rothenburg Tourismus Service / © Plönlein, W.Pfitzinger