Garten & Gräber

So blüht Hessen auf

Foto: © MB Photodesign

Priska Hinz im Tropica – Ministerin Priska Hinz stellt Blühkalender im Tropica vor

Die Bemühungen zum Schutz von Insekten führten Hessens Umweltministerin Priska Hinz am Dienstag ins Tropica. Ein Heimspiel, denn sowohl die Ministerin als auch das Krifteler Gartencenter haben sich dem Schutz der Artenvielfalt von nützlichen Insekten wie Wildbienen, Hummeln und Co. verschrieben. Priska Hinz stellte zusammen mit Vertretern der Gartenbauverbände und den Tropica-Chefs den neuen Hessischen Blühkalender vor. Damit hat jeder Naturfreund eine „Anleitung“ für bienenfreundliches Handeln im eigenen Garten, ja sogar auf dem eigenen Balkon. Der Blühkalender zeigt auf, wie Bienen nicht nur jetzt im blütenreichen Frühjahr Nektar vorfinden, sondern fast übers ganze Jahr. Warum sind die kleinen Brummer eigentlich so wichtig?

Umweltministerin Priska Hinz im Tropica mit „Funny Honey“, der bienenfreundlichen „Balkonblume des Jahres“ Ohne Bienen keine Bestäubung!

Und ohne Bestäubung keine Früchte, kein Saatgut, keine Nachfolgegeneration. Also keine Erdbeeren, keine Äpfel und Birnen, keine Kirschen… Was können wir für die Nützlinge tun? „Immer mehr Vorgärten sind Kieselsteinwüsten.

Wir brauchen aber Blütenvielfalt für Insekten in unseren Gärten“, appellierte Umweltministerin Priska Hinz in Kriftel im Rahmen der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“. Dort stellte die Ministerin gemeinsam mit Berthold Klumpen vom Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen ein Plakat vor, das Tipps zur insektenfreundlichen Bepflanzung gibt. Sie informierte sich dabei über die Initiative „Save the Bees“ des Gartencenters Tropica. „Wir brauchen dringend Nahrung und Lebensraum für Insekten, sonst sind die Lebensgrundlagen für uns alle in Gefahr“, so die Ministerin weiter. „Wenn es weniger Insekten gibt, leiden Vögel, die sich von Insekten ernähren. Und unsere Pflanzen werden nicht bestäubt. Mehr als 80 Prozent der Pflanzen sind auf Bestäubung angewiesen“, erläuterte die Ministerin. Zwar gibt es durch die gute Arbeit der Imkerinnen und Imker wieder mehr Honigbienen in Hessen. Die Zahl der wildlebenden Insekten ist aber rückläufig. Mehr als die Hälfte der 550 Wildbienenarten in Deutschland sind gefährdet.

Im MTK leben diese Wildbienen (Foto: Hans Mook) Sogar Hausgärten helfen Die Tropica-Chefs sind da gleicher Meinung.

Durch die „moderne“ Landwirtschaft gibt es große Flächen, aber keine Vielfalt mehr. Wenn die Rapswiese gerade blüht, gibt’s für Bienen genug zu futtern. Aber nur für ein paar Wochen, dann ists vorbei. Gerade Wildbienen und Hummeln haben damit ein Problem, denn sie werden nicht von Imkern von A nach B transportiert, um dort eine neue Nahrungsquelle zu erschließen.

Wildbienen haben nur einen begrenzten Radius von wenigen hundert Metern, in dem sie Blüten anfliegen können. Da sind vor allem Hausgärten und Blühstreifen auf Feldern und im öffentlichen Grün eine wichtige Nahrungsgrundlage. Damit sie sich verbreiten können, helfen auch sogenannte Nützlingshotels, in denen Wildbienen sich einnisten können. „Wir brauchen wieder mehr Lebensräume für Insekten in der Landwirtschaft, aber auch in den Kommunen und bei jedem Zuhause in den Gärten oder auf den Balkonen muss sich etwas verändern. Jeder Vorgarten, jeder Balkonkasten und jede Freifläche sind mögliche Bienenweiden“ waren sich Umweltministerin Priska Hinz und die Gärtnerfamilie May vom Tropica einig. Wichtig ist ein kontinuierliches Blühangebot über die ganze Saison. Viele Menschen wissen gar nicht, welche Pflanzen Nektar und Pollen zur Verfügung stellen.

Das Blühkalenderplakat gibt daher Tipps und soll in Gärtnereien aufgehängt werden, um dort für die Thematik zu sensibilisieren. „Wichtig ist die fachkundige Beratung in den Gärtnereien, damit die Menschen wissen, mit welchen Pflanzen sie Bienen und Insekten etwas Gutes tun können“, so die Ministerin. Das Gartencenter Tropica gehe hier mit gutem Beispiel voran und berate Kundinnen und Kunden fachlich.

Das Medieninteresse in Kriftel zeigt: Das Thema „sticht“ Je bunter, desto besser. In einem geführten Rundgang erhielt die Ministerin einen Eindruck eines in vielen Jahrzehnten vom Gartenbaubetrieb zum Gartencenter mit fachlich hohem Anspruch gewandelten Familienbetriebes. Gärtner und Geschäftsführer Oliver Prusko steht in fünfter Generation für dieses „Fachgeschäft für Lebensqualität“. Dabei zeigten Oliver Prusko und Heiner May, wie „Safe the Bees“ funktioniert.

Tropicas eigenes Bienenschutzprogramm begann mit einer Zusammenarbeit mit den Naturfreunden der Stadt Kelkheim. Hier wurde im Herbst letzten Jahres eine Krokuswiese bepflanzt, die vor wenigen Wochen herrlich blühte und entsprechend Hummeln und Bienen anzog. „Das darf keine Einzeltat bleiben“, waren sich die Tropica-Chefs einig. Im März startete daher das nächste Mitmach-Projekt: 36.000 Samentüten wurden per Post an die Bürger im Rhein-Main- Gebiet verteilt, die nun als kleine „Blütenbomben“ überall im Garten, Töpfen, Kästen oder Brachflächen ausgesät werden. Es geht weiter: „Jetzt, zur Beet- und Balkonpflanzzeit, zeigen wir den Kunden, welche Pflanzen sie vorzugsweise für Bienen pflanzen können. Dadurch summt und brummt es dann Zuhause über den ganzen Sommer“, sind sich Heiner May und Oliver Prusko vom Tropica sicher.

Zum bundesweiten Tag der verkaufsoffenen Gärtnerei am Sonntag, den 28.04.2019 zeigt das Tropica von 11 bis 17 Uhr bienenfreundliche Bepflanzungen von Balkonkästen. Da gibt’s jede Menge Inspiration in „Hessens bestem Gartencenter“ (laut Leser von „Mein schöner Garten“). Stündliche geführte Blütenspaziergänge mit Tropicas Spezialistinnen wie z.B. Dipl. Ing.

Karin Langendorf erläutern den Besuchern die Pflanzen, auf die unsere kleinen Brummer besonders gerne fliegen. Aber nicht nur Bienen wollen naschen. Ganz nebenbei entdecken wir den eigenen Naschbalkon in Kästen, Kübel, Töpfen und Ampeln. Kräuter, Balkongemüse, Zwergobst, Beerensträucher. Denn frischer geht’s nicht, und selbst gezüchtet schmeckts am besten.

Machen wir es uns also auf unserem Lieblingsplatz gemütlich und beobachten nützliche Tiere, bunte Blumen und duftende Kräuter. Sehen und schmecken, was austreibt. Es ist nicht nur schön, es hilft unserem Ökosystem und unserer Seele.