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Weida – die älteste Stadt des Vogtlandes

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Reich an historischen Sehenswürdigkeiten
Die Stadt entstand in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts und hat ihren mittelalterlichen Charakter bis heute bewahrt. Weida hat seit 1209 Stadtrecht und ist somit die älteste Stadt des gesamten Vogtlandes. Die Vögte von Weida beherrschten im Mittelalter ein Land, dass sich in seiner größten Ausdehnung von Borna über Gera, Greiz und Plauen, dem böhmischen Eger bis ins oberfränkische Regnitzland erstreckte und gaben ihm den Namen VOGTLAND. Somit ist die Osterburg die Stammburg der Vögte. Die Stadt Weida ist die Wiege des Vogtlandes.

Eingebettet in ein idyllisches Landschaftsbild überragt die Osterburg mit ihrem unverwechselbar gestuften Bergfried die Stadt Weida. Die Osterburg wurde von 1163 bis 1193 unter Vogt Heinrich I. als romanische Befestigungsanlage gebaut. Im 13. und 14. Jahrhundert war sie Residenz und Verwaltungszentrum für das gesamte Vogtland. Unter den Wettinern war die Burg vom 15. bis zum 17. Jahrhundert Sitz der Amtsverwaltung und Gerichtsbehörde. 1633 wurde sie fast völlig zerstört. Nur der Burgturm ist Zeitzeuge der ursprünglichen Bebauung und überstand alle Zerstörung und Brandschatzung. Mit 54 Metern Höhe und einer Mauerstärke von 5,70 m unterhalb des ersten Zinnenkranzes zählt der Turm zu den mächtigsten unter den vergleichbar gut erhaltenen in Deutschland. Nach dem 17 m hohen steinernen Achteckhelm wird er „Turm ohne Dach“ genannt.

Gutes Wetter vorausgesetzt, wird der etwas mühsame Aufstieg über 175 Stufen mit einem herrlichen Ausblick auf das Thüringer Vogtland belohnt. Man kann dabei auf den ersten und auch auf den zweiten Zinnenkranz hinaustreten. Etwas oberhalb des zweiten Zinnenkranzes befindet sich die Türmerstube.

Die heute vorhandenen Schloss- und Wirtschaftsgebäude wurden nach dem Dreißigjährigen Krieg wiederaufgebaut. So sind Stilelemente der Romanik neben denen der Renaissance und des Barock zu finden.

Die Osterburg beherbergt in ihren Mauern ein Museum, zwei Galerien und ein Künstleratelier. Der Balkensaal und das Moritz-Gewölbe dienen als Veranstaltungsräume. Die „Wirtschaft zur Osterburg“ bietet den Gaumenschmaus der besonderen Art.Attraktionen sind ein Frühstück in der Türmerstube des Burgturms in etwa 40 m Höhe, die Schaukämpfe und das „Museum zum Anfassen“ der „Ritter der Osterburg“ und der Lehmbackofen des Vereins „Freunde der Osterburg“.

Neben der Osterburg als ganz besonderer Sehenswürdigkeit hat Weida noch weitere interessante Ziele. Technikfans werden sich für den Oschütztalviadukt und den Eisenhammer begeistern. Die 28 m hohe und 185 m lange Pendelpfeilerbrücke überspannt das Tal des Oschützbaches. Die Gitterbrücke aus dem Jahr 1884 stellt eine Meisterleistung deutscher Ingenieurkunst dar. Die eingleisige Zugverbindung Weida-Mehltheuer wurde 99 Jahre befahren und 1983 stillgelegt. Heute ist das Viadukt Technisches Denkmal.

Der 1770 erbaute Eisenhammer im Aumatal ist das älteste Hammerwerk Ostthüringens und war bis 1921 in Betrieb. Heute ist die in Privathand liegende Schauanlage Technisches Denkmal. Auch die ehemalige Lohgerberei „Friedrich Francke“ in Weida wird als Technisches Schaudenkmal einer immer größer werdenden Öffentlichkeit bekannt. Aus den Stadtstatuten der Vögte von 1377 geht hervor das, dass Gerber- und Schuhmacherhandwerk in Weida eine lange Tradition hat. Im späten Mittelalter schwankte die Zahl der Gerbermeister zwischen sieben und vierzehn. Weida entwickelte sich in der Mitte des 19. Jhd. zu einem Zentrum der Lederherstellung und -verarbeitung. Das hier hergestellte Leder erfreute sich auf Grund seiner guten Qualität einer großen Nachfrage. Wer das Industriedenkmal der besonderen Art besucht, taucht in das 19. Jahrhundert ein. Die Gerbgruben sind z.T. noch gefüllt, die alten Maschinen funktionieren noch. Es riecht nach Leder und Lohe, es flattern die Riemen, um Rindenbrecher, Lederwalze und Dampfmaschine anzutreiben. Man kann erfahren, wie schwer die Arbeit des Gerbers war und wie viele Arbeitsschritte notwendig waren, um aus einem Stück Rinderhaut haltbares Sohlenleder herzustellen. Für Schüler, die ein Riemengetriebe in Betrieb sehen wollen, für Technikfans, die sich für die kleinste Dampfmaschine begeistern, aber auch für alle, die an lebendigem Handwerk und alten Traditionen interessiert sind, ist dieser Rundgang ein ganz besonderes Erlebnis.