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Schloss Neuenbürg

Foto: Schloss-Neuenbürg

Eine Perle mitten im Nordschwarzwald

Wer mit dem Rad unterwegs auf dem Enztalradweg ist oder sich zu Fuß auf den Westweg begibt, der kommt auch an Neuenbürg und seinem Schloss vorbei. Bereits im Mittelalter stand an der Stelle, wo sich heute das Renaissanceschloss der einstigen württembergischen Herzöge über der Enz erhebt, eine imposante Burg, ausgestattet mit Wehrmauern und einem Burggraben. Im romantischen Schlossinnenhof kann man sich heute bewirten lassen und beim Plätschern des alten Brunnens die Sonne genießen. Eine ältere Burgruine, die Waldenburg aus dem 11. Jahrhundert, ist ebenfalls nicht weit entfernt. Hier wurde bei Ausgrabungen ein Drachenleuchter aus dem 12. Jahrhundert gefunden, von dem eine Replik in Schloss Neuenbürg ausgestellt ist (das Original befindet sich im Landesmuseum Württemberg). Als Abgrenzung zu dieser älteren Festung geht vermutlich die Gründung der Newen Burg (Neuenbürg) zurück. Auch die Stadt Neuenbürg, im 13. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, ist mit seinen historischen Gebäuden und der Enz, die sich durch den Ort schlängelt, immer einen Besuch wert.
Das über der Enzschleife thronende Schloss und die St.Georgskirche mit ihren bemerkenswerten mittelalterlichen Wandmalereien (frei zugänglich am Tag des offenen Denkmals, sonst mit Anmeldung über die Schlossverwaltung) gehören zu den Highlights der Region. Bereits die Kelten schätzten die Lage und das reiche Eisenerzvorkommen und errichteten vor mehr als 2000 Jahren auf dem heutigen Schlossberg einen ihrer bedeutendsten Standorte nördlich der Alpen. Von hier ist auch das Eisenerzbergwerk Frischglück zu Fuß gut erreichbar (www.frischglueck.de).
Die Sonderausstellung „Aus der Zeit gefallen? – Trachtenfrauen in Portraits“ und die Märcheninszenierung „Das kalte Herz“ bieten den Besuchern ein besonderes Erlebnis.
Das im Schloss integrierte Museum wird als Zweigmuseum des Badischen Landesmuseums geführt. Das Herzstück dieser deutschlandweit einzigartigen multimedialen Theaterinszenierung ist das in sechs Szenen begehbare Märchen „Das Kalte Herz“ nach Wilhelm Hauff. Hier taucht der Besucher ein in die berühmte, schaurig-schöne Geschichte um den Köhler Peter Munk.
Bis 13. September zeigt das Museum außerdem die Sonderausstellung „Aus der Zeit gefallen? – Trachtenfrauen in Portraits“ mit Fotografien von Eric Schütt. Das Besondere an Schütts Fotografien ist der leise, ungeschminkte Blick auf Trachtenfrauen in ihrer unmittelbaren Umgebung, die als die letzten ihrer Art gelten.
2008 begann der Historiker und Fotograf sein Projekt und reiste dafür durch verschiedene ländliche Regionen in ganz Deutschland und im Elsass, um mit vorwiegend hochbetagten Trachtenfrauen Gespräche zu führen und sie dann zu portraitieren. So kam er u.a. nach Hessen ins evangelische und katholische Marburger Land und in die Schwalm, nach Ostdeutschland in die Lausitz zu den katholischen und evangelischen Sorbinnen, in den Schwarzwald mit seiner großen Vielfalt regionaler Trachtenformen, ins Schaumburger Land westlich von Hannover, nach Franken in die Umgebung von Forchheim sowie nach Bayern ins Aichacher Land. Überall traf er noch Vertreterinnen einer Generation an, die ihre traditionellen regionalen Trachten im Alltag oder an Sonntagen, zumindest aber noch zu hohen kirchlichen Festtagen trugen.
Ergänzt wird die Ausstellung mit zwei historischen Originaltrachten sowie einer Fotostation, an der die Besucher sich fotografieren und ihre Gesichtsalterung simulieren können.

Weitere Informationen:
Schloss Neuenbürg
75305 Neuenbürg
Tel. 07082-792860
info@schloss-neuenbuerg.de
www.schloss-neuenbuerg.de
www.neuenbuerg.de