Erzgebirge Fichtelgebirge Reisebericht Vogtland

Reisen unter Corona Bedingungen

Foto: ©Bernd Schneider

Von Bernd Schneider

Ich gebe zu, bislang habe ich mich mehr an das Motto „stay at home“ gehalten und wenn, dann kleine Ausflüge im näheren Umfeld geplant. Was mich geärgert oder zum Selbstversuch motiviert hat: Den ganzen Tag befasse ich mich als Herausgeber von AGIL-DasMagazin mit Angeboten zum Thema Reisen und Freizeit, ohne eigentlich aktuell selbst mitreden zu können.

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Daher haben wir zwei Regionen besucht, um zu schauen, wie dort die Maßnahmen umgesetzt werden und wie „frei“ wir uns überall bewegen können. Zunächst war ich mit unserem Videoteam für einen Tag im Neckartal, um die Burgenromantik zwischen Eberbach und Heidelberg zu erleben. Des Weiteren war ich mit meiner Frau vier Tage unterwegs im Erzgebirge, Vogtland und im Fichtelgebirge, um mir vor Ort die Bedingungen in dieser Region anzuschauen.

Mein Ziel war es, zwischen Corona bedingten Einschränkungen und erlebter Normalität abzuwägen. Macht es derzeit überhaupt Sinn zu reisen? Trüben die Einschränkungen das Urlaubserlebnis? Sorgt Corona vielleicht sogar für überfüllte Tourismusregionen in Deutschland, wenn der Urlaub in fernen Ländern nicht mehr guten Gewissens gebucht werden kann? Oder bringt es gar Vorteile für den Reisenden, wenn die Unsicherheit und Unwissenheit dazu führt, dass Destinationen nicht überfrequentiert sind und Angebote nur bedingt abgerufen werden?

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Ich will das Ergebnis vorwegnehmen. Wir hier in Deutschland haben uns gut auf die Gesamtsituation eingestellt. Wir haben vernünftige Maßnahmen ergriffen, um dem unsichtbaren Virus zu begegnen. Wir können uns insgesamt sicher fühlen – egal wo wir uns in unserem Land bewegen. Wenn das Tragen einer Maske im öffentlichen geschlossen Raum – dort wo man Menschen innerhalb von Räumlichkeiten begegnet – zur Normalität geworden ist und ansonsten keine weiteren Einschränkungen das Urlaubsgefühl trüben, kann man getrost – ja sollte man unbedingt – reisen.

Bei der Umsetzung des Videos haben wir uns entschlossen, das Thema Corona gänzlich außen vor zu lassen. Zumal wir uns dort auch nur in der Natur bewegt haben. Das Video soll Sie, liebe Leserinnen und Leser – aber auch unsere Nutzer der sozialen Medien – anregen, einen Besuch der „Romantischen Vier im Neckartal“ zu planen und einen „abwechslungsreichen Sommer in Eberbach“ zu erleben. Das Video finden Sie auf unserer Internetseite www.agil-dasmagazin.de. Eine Broschüre erhalten Sie als Download unter www.eberbach.de.

Zwischen Erzgebirge und Fichtelgebirge

Um die Regionen vom Erzgebirge bis hin zum Fichtelgebirge besuchen zu können, hatten wir uns – ungefähr in der Mitte im Vogtland – im Hotel König Albert in Bad Elster ein Zimmer reserviert. Schon oft hatte ich von Lesern die Rückmeldung erhalten, dass dieses Hotel sehr zu empfehlen sei. Großes Plus dort: Der hoteleigene Bademantelgang führt direkt zur Soletherme mit Saunawelt und zum historischen Albert Bad mit Wohlfühlzentrum, sodass auch bei schlechtem Wetter eine Alternative zur Freizeitgestaltung möglich gewesen wäre. Das schlechte Wetter hatten wir nicht. Im Gegenteil, wir konnten die Vorzüge genießen, nach einem Ausflug bei heißem Wetter noch einmal schnell ein paar Runden im Schwimmbad zur Abkühlung zu drehen. Sehr zu empfehlen dann noch der Salzsee in der Therme, um die müden Knochen frei schwebend zu entspannen. Sowohl in der Therme als auch im Albert Bad waren die Besucherzahlen reglementiert, sodass man jederzeit einen Platz auf einer Liege finden konnte und die Personenanzahl in den Becken war begrenzt, sodass man auch hindernislos schwimmen konnte. Regelmäßig wurden Liegen, Sitze, Türen und allerlei rundum desinfiziert. Eigentlich wünscht man sich dies in solchen Einrichtungen auch zu „normalen“ Bedingungen.

Hygienemaßnahmen im Hotel

Im Hotel selbst ist das Tragen einer Alltagsmaske Pflicht, solange man sich im Haus bewegt. Am Platz im Restaurant oder in der Bar kann diese dann abgelegt werden. Wir hatten bei schönem Wetter immer einen Platz im Freien. Hier sind die Tische weiter auseinander platziert. Im Restaurant im Innenbereich waren die Tische mit roten und grünen Lampen gekennzeichnet, um auch hier einen Mindestabstand gewährleiten zu können. Grün heißt setzen und rot bitte nicht nutzen. Wurde ein Tisch geräumt, ist dieser immer vollständig desinfiziert worden, bevor die Ampel wieder auf grün geschaltet wurde. An allen Zugängen zum Hotel selbst, vor dem Restaurant, an den Zugängen zu den Bädern, vor den Aufzügen waren Spender aufgestellt, um den Gast immer wieder automatisch an die Hygienemaßnahmen zu erinnern. Diese wurden – soweit wir das beurteilen konnten – gerne und ohne Ausnahme genutzt. Das Hygienekonzept und die Maßnahmen können Sie auf www.hotelkoenigalbert.de einsehen. Ebenso können Sie dort die aktuellen Angebote und Arrangements einsehen.

Derzeit bietet das Hotel König Albert den „O SOLE MIO Sommer in Bad Elster-Arrangement“ an, das auch wir mit einer Verlängerungsnacht gebucht hatten. Im September soll dann auch das Kulturprogramm in Bad Elster wieder anlaufen.  Unser Hotel-Fazit: Das Hotel ist nicht nur schön, sondern auch gerade jetzt sehr zu empfehlen. Beachten Sie auch die Anzeige auf Seite 47 dieser Ausgabe mit dem Angebot HERBST-Magie in Bad Elster!

Ausflüge – Unsere Erfahrungen

Vogtländisches Freilichtmuseum Landwüst
In mehr als 40 Jahren engagierter Arbeit entstand im südlichsten Zipfel des Vogtlandes eines der interessantesten und schönsten Museen der Region. Dank der Sammelleidenschaft des Landwüster Bauern Walter Wunderlich konnte die Einrichtung bereits 1968 als Bauernmuseum Landwüst eröffnet werden und erlangte schon nach kurzer Zeit Bekanntheit über die Grenzen Sachsens hinaus.

Foto: ©Bernd Schneider

An einem Tag hatten wir eine Golfrunde auf dem 18-Loch-Meisterschaftsplatz im Golf Resort Franzensbad in Hazlov in Tschechien, unweit der deutschen Grenze, gebucht. Einen Ausflug in die Tschechische Republik hatte ich zuvor kritisch betrachtet. Aber auch hier wurde ich eines Besseren belehrt. Die Corona-Maßnahmen waren denen in Deutschland gleichzusetzen. Der Platz selbst war witterungsbedingt sehr trocken – unser Spiel naja – das Wetter war schön, sodass wir auch ein Auge auf die Natur hatten. Der Platz ist in jahrhundertealte Wälder platziert und die Herausforderungen sind die natürlichen Wasserhindernisse, die mehrfach zu überwinden waren.

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Unsere Scheu vorm „Ausland“ war überwunden, sodass wir am nächsten Tag von Klingenthal aus auf direktem Weg durch Tschechien nach Oberwiesenthal gefahren sind. Dieser Weg ist ein herrliches Stück Natur, eine Empfehlung für Wanderer und Radfahrer.

Oberwiesenthal

In Oberwiesenthal – der höchst gelegenen Stadt Deutschlands – angekommen, war es lebhaft aber trotz Ferienzeit in einigen Bundesländern meines Erachtens lange nicht voll. Das Sommerangebot ist reichlich, die Lifte in Betrieb. Wir haben die älteste Seilschwebebahn Deutschlands für den Aufstieg auf den 1215 hohen Fichtelberg genutzt, um dann zu Fuß den Abstieg ins Tal zunehmen. Alternativ hätten wir auch Mountainbikes oder einen Roller mit dicken Reifen mieten können, um den Abstieg zu nehmen. Eine Fly-Line und eine Sommerrodelbahn sind eine weitere Möglichkeit den Weg ins Tal zu bewältigen.

Allgegenwertig sind die Fichtelbergschanzen in der Mitte des Berges, die an den berühmten Sohn der Stadt – Jens Weisflog erinnern, der heute ein Apart-Hotel in Oberwiesenthal betreibt. Aber auch zahlreiche weitere namhafte Sportler, die aus Oberwiesenthal stammen, stehen mit Ihren Namen Pate für Touren und Rundwanderwege.

Wenn Sie noch nicht da waren, Oberwiesenthal muss man bereist haben. Eine Hotelempfehlung sind die Rathaushotels am Marktplatz in der Stadtmitte mit Ihrem PREMIUM ALL INKLUSIVE ANGEBOT. Weitere Infos unter www.rathaushotels.de. Dieses beinhaltet auch einen kostenlosen Parkplatz für die Gäste an den Liften. Oberwiesenthal kommt höchst gelegen und ist einen Besuch wert!

Den restlichen Teil des Erzgebirges haben wir uns für den Winter aufgespart. Dann kommen wir bestimmt wieder – der Weihnachtsstimmung wegen. Und auch gut aus dem Vogtland zu erreichen ist die tschechische Stadt Karlsbad, die auch noch auf unserer persönlichen Bucket-Reise-List steht.

Zurück über das Fichtelgebirge

Die Stadt Fichtelberg liegt im Fichtelgebirge. Die beiden Gipfel sind der Ochsenkopf und der Schneeberg. Der Ort Schneeberg liegt im Erzgebirge. Dort kamen wir gerade her. Die höchste Erhebung in Oberwiesenthal – Sie erinnern sich – ist der Fichtelberg. Soll da noch einer durchblicken.

Wir waren wieder einmal durch Tschechien unterwegs aus Sachsen nach Bayern, besser nach Hochfranken – oder heißt es Oberfranken? In Richtung Bayreuth vorgelagert liegt das Fichtelgebirge im Landkreis Wunsiedel. Der Schneeberg und der Ochsenkopf sind aufgrund der hohen Antennen von weitem zu erkennen. Wir steuern den Ochsenkopf an, weil wir die Erlebnisregion um den Berg erkunden wollen.

Foto: ©Bernd Schneider

Die Auffahrt mit der Doppelsesselbahn ist von Süden oder Norden aus möglich. Wir lassen uns gemütlich auf den Berg gondeln und nehmen dann auch den gemütlichen Weg zurück ins Tal. Zahlreiche Biker jeden Alterns kommen uns entgegen oder überholen uns. Mitten durch den Wald führt eine 3,6 km lange Bikerstrecke mit Sprüngen und Steilkurven – an der Talstation kann man sich ein entsprechendes Rad ausleihen. Seitlich in den Baumwipfeln sind der Kletterpark und die Zipline zu erkennen, die sich ebenfalls bis ins Tal zieht. Leider waren diese aufgrund der aktuellen Situation geschlossen.

Leider hatten wir hier nur wenig Zeit uns die umliegenden Orte genauer zu betrachten. Bad Alexandersbad, Fichtelberg, Warmensteinach und Bischofsgrün sind lohnende Ausflugsziele rund um den Berg. Weißenstadt stellen wir Ihnen noch ausführlich in dieser Ausgabe auf Seite 53 vor.

Unser Fazit

Wir wussten es vorher schon, wurden aber aufs Neue bestätigt. Deutschland ist so schön und mehrere Reisen wert. Die Natur bietet unendliche Möglichkeiten! Auch nach einer Kurzreise hat man das Gefühl, im Urlaub gewesen zu sein. Der Erholungswert ist nicht mit Ausflügen rund um die Heimat zu vergleichen. Und Corona sollte uns nicht abhalten, solche Regionen zu erkunden und den Urlaub dort zu verbringen. Die Gastronomen und Hoteliers sind gut vorbereitet und benötigen unsere Unterstützung. Die Freizeitangebote, Liftbetreiber und Kulturanbieter warten auf Besucher. Insgesamt kam es uns überall eher leer als überfüllt vor.

Als nächstes testen wir für Sie Reisen mit dem Wohnmobil. Wir bleiben weiter in Deutschland und bereisen die Bundesländer mit den wenigsten Coronafällen. Vom Osterzgebirge geht es über den Spreewald bis zur Ostsee.