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Ich geh mit meiner Laterne

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Und meine Laterne mit mir. Da oben, da leuchten die Sterne,
Da unten, da leuchten wir. Mit Lichtern hell sind wir zur Stell,
Rabimmel, rabammel, rabumm. Mit Lichtern hell sind wir zur Stell,
Rabimmel, rabammel, rabumm.

Bald ziehen die Kinder allerorten in der Zeit um Sankt Martin, am 11. November, in der Abenddämmerung wieder mit ihren Laternen durch die Straßen. Wenn dann diese Melodie ertönt – wer denkt da nicht sofort an einen deftigen Gänsebraten mit Rotkohl und Knödeln?

Das traditionelle Martinsgans-Essen geht unter anderem auf eine Legende zurück:

Martin war ein frommer und gütiger Mann und die Bürger der Stadt Tours schätzen ihn für seine Fürsorge und Hilfsbereitschaft. Im Jahr 371 sollte Martin auf Wunsch der Einwohner zum Bischof von Tours ernannt werden. Doch der bescheidene Martin wollte dieses hohe Amt nicht annehmen und versteckte sich in einem Gänsestall. Die Gänse schnatterten jedoch so laut, dass die Menschen darauf aufmerksam wurden und Martin im Gänsestall fanden. So konnte er letztendlich zum Bischof von Tours geweiht werden.

Der Brauch, am Martinstag Gänsebraten zu essen, hat jedoch noch einen anderen Hintergrund

Der Gedenktag des heiligen Martin war seit jeher ein besonderer Tag im Bauernjahr. Am Martinstag endete das bäuerliche Wirtschaftsjahr, Löhne, Zinsen und Steuern wurden gezahlt, Tiere wurden geschlachtet. Die Zinsen wurden früher oftmals in Naturalien bezahlt, so auch mit Gänsen. Damit sie nicht durch den Winter gefüttert werden mussten, gab es am Martinstag Gänsebraten.
Zudem begann nach dem 11. November eine strenge Fastenzeit vor Weihnachten. So hatten die Menschen nochmal die
Gelegenheit, sich bei diesem Festmahl satt zu essen.
Heutzutage gilt in der Gastronomie die Zeit von November bis Weihnachten als die „Gänsezeit“.
Besonders die Gaststätten im ländlischen Raum sind für Ausflügler aus der Metropolregion Rhein-Main beliebte Anlaufstätten für ein deftiges Martinsgans-Essen. Ein Grund dafür sind sicher die besonders schmackhaften „Fränkischen Knödel“, die dieses Gericht als Beilage harmonisch abrunden. So gelten die Main-Spessart-Region, der Kahlgrund und die Genussregion Churfranken als ein „Mekka“ für Liebhaber von Gänsebraten.
Viele nutzen eine solche „Pilgerfahrt“ zu einem Tagesausflug mit einem Spaziergang durch die herbst­lichen Laubwälder oder, in Churfranken, durch die bunt gefärbten Weinberge.

In der Genussregion Churfranken

laden die Winzer in ihren Häckerstuben solche Spaziergänger auch wieder zu einem herzhaften Schoppen ein. Sie haben ihre Gasträume coronakonform hergerichtet und zum Teil auch beheizte Plätze im Freien geschaffen. Viele halten jetzt schon geschmackvoll zusammengestellte Weinarrangements
als Geschenkidee für Weihnachten bereit.

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