Allgemein Thüringen Traditionales Handwerk

Die Weihnachtsmacher – „DIENER“

Foto: © Farbglashuette

Hereinspaziert in die Farbglashütte Lauscha

Sie haben richtig gehört, Ihr ergebenster Diener – wir Lauschaer waren schon immer sehr gerne für Sie – unsere Kunden und Gäste da, die wegen des unvergleichlichen gläsernen Christbaumschmucks oder eben auch unserer weltbekannten bunten Glasmurmeln wegen kamen. Erfunden habe wir sie – die Glasmärbel. Wir, das sind quasi ich, Elias Greiner Vetters Sohn und mein Halbbruder Johann Karl Greiner. Aber das ist eine andere Geschichte.
Lauscha ist aber ebenso bekannt für sein typisches Thüringer Waldglas – sag ich mal. Als meine Vorfahren der Hans Greiner (genannt der Schwaben-Hans) und sein Glasmacherkollege der Christoph Müller von Herzog Johan Casimir 1597 die Lizenz für eine Glashütte erhielten, waren sie bereits gut herumgekommen. Damals wanderten die Glasmacher noch und gründeten Glashütten, wo sie all das an einem Ort fanden, was sie brauchten, um feines Glas zu machen. So fertigten sie Glas zum täglichen Gebrauch aus regionalem Sand und nutzten vom Bau der Glashütte, über die Feuerung der Glasschmelzöfen bis zu Formen und Werkzeugen das Holz des Thüringer Schiefergebirges. Das Ergebnis war ein meist rustikales, oft grünes Glas mit Einschlüssen und Bläschen, den sogenannten Gispen.
Auch heute noch kann man unsere geschickten Glasmacher bei ihrem heißen Handwerk am Hafenofen beobachten wie sie GEHEIMNISVOLL LEUCHTENDES, honigweiches Glas zu Ihrem Adventskranz oder einem Engels-Duo formen. Dazu wird 1350°C heißes Glas in Formen gegossen, dass noch lange rotglühend seine Temperatur verrät. Nach sorgsamen, mehrstündigem Tempern sind sie fertig und Ihr Begleiter für eine romantische und frohe Adventszeit.
Aus Original Thüringer Waldglas entsteht noch weit aus mehr, wie z.B. der Lutherbecher, das bekannte Goethewasserglas oder die vom Bauhaus inspirierte Vase Felicitas. Es gibt eine ganze Serie nützlichen und historisch inspirierten Glases für Tisch und Tafel. Wer es Waldglasgrün ,aber modern mag, greift zur Serie 1200°, einem Gemeinschaftswerk zwischen Studenten der Bauhaus-Universität Weimar und unseren Glasmachern.
Manchmal, aber nur sehr, sehr selten, kann man sie sogar auch Glasstäbe und – röhren ziehen und blasen sehen, die dann auf 45 m (!) gezogen werden. Hätten Sie gedacht, das das geht? Mitten im Werksverkauf zeigen unsere Glasbläser an der Lampe (dem Brenner) wie filigrane Blumen- & Orchideenstäbe mit Blaumeisen, Rotkehlchen oder sogar Eisvögeln entstehen.

Seit 1853 das glühende Herz Lauschas – GlasErlebnismanufaktur mit Zuschauergalerie & DER THÜRINGER Werksverkauf für Lauschaer Glas mit einzigartiger, ganzjähriger Weihnachts-Welt.

www.farbglashuette-lauscha.de
Mo-Sa 10-17 Uhr & So 11-17 Uhr

Fotos: © Farbglashuette Lauscha