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Museum für Glaskunst Lauscha

Foto: Glasmuseum Lauscha

Das Museum für Glaskunst ist eines der
ältesten Spezialmuseen in Deutschland

Bei einem Gang durch das Museum kann man die über 400-jährige Geschichte des Glases in Lauscha erleben. Auf einer Zeitreise vom späten Mittelalter bis in die Gegenwart, vom Waldglas, höfischen und bürgerlichen Prunkgefäßen, über Glasaugen, biedermeierlichen Figuren bis zum Kunsthandwerk und zeitgenössischer Glaskunst erhält der Besucher eine Fülle von Informationen.
Die kleine Glasstadt Lauscha im Thüringer Wald hat mit einem nicht ganz unwichtigen Detail dazu beigetragen, wie heutzutage Weihnachten weltweit begangen wird: Hier wurde Anfang des 19. Jahrhunderts der gläserne Christbaumschmuck erfunden. Zart im Kerzenlicht leuchtend, geheimnisvoll schimmernd, verbreitet er am Weihnachtsbaum eine feierliche Stimmung. Ein Weihnachtsbaum ohne gläsernen Schmuck und ohne Lichter ist kaum denkbar.
Der Legende nach soll der Christbaumschmuck von einem armen Glasbläser erfunden worden sein, der nicht das Geld hatte, Äpfel und Nüsse zu kaufen, mit denen der Weihnachtsbaum zu dieser Zeit üblicherweise geschmückt wurde – er stellte diese aus Glas her.
Dokumentiert ist, dass ab Anfang des 19. Jahrhunderts aus der Produktion von Glasperlen heraus auch gläserne Früchte und Kugeln hergestellt wurden, die einzeln oder auf Ketten aufgezogen, den Weihnachtsbaum schmückten.
Bei den ersten gläsernen Christbaumkugeln, die nach der gleichen Methode wie die seit 1755 hegestellten Perlen geblasen und verspiegelt wurden, handelt es sich um nichts anderes als um größere runde und ovale Perlenformen.
Die erste erhaltene Eintragung von Christbaumschmuck in einem Auftragsbuch stammt von 1848. Spätestens 1860 wurde gläserner Christbaumschmuck, als solcher auch bezeichnet, erstmals im Handel angeboten.
Seit dem 19. März 2021 ist die „Herstellung von mundgeblasenem gläsernen Lauschaer Christbaumschmuck“ in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Um diese Würdigung im Museum sichtbar werden zu lassen, wird der Ausstellungsbereich „Christbaumschmuck“ neugestaltet. Anschaulich wird im Museum die Entwicklung von der Perlenproduktion hin zur Herstellung des Christbaumschmucks dargestellt. In der neuen Ausstellung werden verschiedene Kugeln und Formen von historischem Baumschmuck ab den 1860er Jahren bis zu dem aktuellen Christbaumschmuck zu sehen sein.

Öffnungszeiten
Di – Sa 12 Uhr – 17 Uhr
So/ Feiertage 11 Uhr – 17 Uhr
Die aktuellen Öffnungszeiten
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