Mythos Kelten? Auf Spurensuche in Europa


Fotos: Keltenwelt am Glauberg

Die Kultur der Kelten fasziniert Menschen bis in die heutige Zeit. Einige der Elemente, wie beispielsweise die keltische Kunst, wurden in der Moderne weiterentwickelt und es entstanden sogar völlig neue Elemente, die dem mythischen Volk nachträglich zugeschrieben werden. Keltische Ziermotive liegen hoch im Trend bei modernem Schmuck und Tattoos. Sei es die Kunst der mittelalterlichen Buchmalerei in Irland oder die Celtic-Folk-Music und Fantasy-Literatur der Gegenwart – alles firmiert unter der Bezeichnung „keltisch“. Kaum eine andere antike Kulturerscheinung Europas knüpft in solcher Weise an die Moderne an. Doch was versteht die Wissenschaft unter dem Begriff Kelten? Welche Rolle spielen Archäologie, Sprachwissenschaft, Genetik, Politik und Gesellschaft bei der Begriffsbildung? Die Ausstellung zeigt die spannende Wissenschafts- und Ideengeschichte hinter den Kelten auf. Sie stellt zudem die faszinierende Vielfalt an Sachkultur am Beispiel ausgewählter Exponate vor.
Der Glauberg ist ein ganz besonderer Ort für Archäologie-Fans, Kulturbegeisterte und Naturliebhaber. Die Fundstätte am östlichen Rand der Wetterau zählt zu den bedeutendsten der europäischen Eisenzeit. Sie ist die Heimat des „Keltenfürsten vom Glauberg“. Der Glauberg war um 400 vor Christus Sitz keltischer Herrscher von weitreichender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Macht. Archäologen entdeckten am Fuße des Berges Spuren einer Grabhügelanlage von enormer Größe. Beigaben aus drei reich ausgestatteten Kriegergräbern sowie die Statue mit dem Abbild eines Keltenherrschers sind einzigartig und gelten weltweit als wissenschaftliche Sensation. Beim Besuch des Glaubergs kann man auch auf dem Keltenwelt-Pfad im Archäologischen Park auf Entdeckungsreise gehen. Dabei gibt es Spuren der einstigen Bewohner des Glaubergs zu entdecken, die nicht nur zur Zeit der Kelten, sondern auch im Mittelalter eine wichtige Rolle spielten.

 

Foto: Keltenwelt am Glauberg